Geschichte

Kurzgeschichte

Anlass zur Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Hart bei Graz war der Brand des Koppenhofes der Familie Hütter, Rupertistraße 76. Durch einen Blitzschlag in das Wirtschaftsgebäude bei einem starken Nachtgewitter am 18.August 1926 stand der Koppenhof bald in hellen Flammen. Das Vieh konnte von den Hausleuten und Nachbarn gerettet werden.

Durch die doch ca 5 km weiten Entfernungen der Feuerwehren Autal und Waltendorf brannte das Wirtschaftsgebäude bis auf die Grundmauern nieder, das Wohnhaus konnte aber gerettet werden. Den Vorschlag von Herrn Matthäus Fuchs eine eigene Feuerwehr zu gründen unterstürzte Bürgermeister Peter Macher finanziell , so konnte noch im Jahre 1926 unsere Feuerwehr gegründet und das Rüsthaus in Eigenregie erbaut werden. Von der Firma Kernreuter in Wien wurde eine Motorspritze gekauft und die Firmen Toso in St.Peter und Spitzer in Waltendorf bauten einen Wagen auf den die Motorspritze aufgebaut wurde, das Pferdegespann dazu stellte die Familie Kapper.

Die nächsten größeren Ausgaben für Feuerlöschfahrzeuge und Fahrzeuge erfolgten: Im Jahre 1935 mit dem Ankauf einer tragbaren Motorspritze von der Fa.Rosenbauer. 1948 wurde von der englischen Besatzungsmacht ein gebrauchter Ford Canada gekauft und als Rüstauto umgebaut. 1961 wurde der Puch Haflinger gekauft mit einer neuen tragbaren Motorspritze, 1964 ein Opel-Rüstauto angeschafft, 1986 wieder verkauft. 1966 eine weitere VW-Motorspritze gekauft, 1973 wurde von der Firma Lohr in Hönigtal ein 2000 l Tanklöschwagen für uns gebaut auf einem Steyr LKW-Untergestell mit einer RosenbauerPumpe, 1982 wurde das in 4 1/2 Jahren von den Feuerwehrmännern in 3000 Arbeitsstunden unter der Leitung von Johann Hochfellner und HBI Josef Hütter aufgebaute neue Rüsthaus von Pfarrer A.Heindler im Beisein von 76 Patinnen eingeweiht, 1986 wurde ein Mercedes Rüstauto angekauft und 1990 ein VW- Mannschaftstransporter. 1996 wurde der unter HBI Bürgermeister Gerhard Payer im Dachgeschoss des Rüsthauses in 1000 Arbeitsstunden ausgebaute Mannschaftsraum eröffnet. 1999 wurde von der Feuerwehr der Stadt Graz ein 2000 Liter Tanklöschwagen gekauft, der unter der Leitung von Franz Trumler von uns selbst general- überholt worden ist. Sodass nun zwei Tanklöschwagen im Einsatz sind. 2004 wurde der große Zubau zum Feuerwehrhaus von Pfarrer Mag.Arnold Heindler im Beisein von 87 Patinnen feierlich eingeweiht.

Im Jahr 2006 feierten wir das 80 jährige Bestehen unserer Feuerwehr. Sie ist aber dank vieler junger Feuerwehrmänner und Feuerwehrfrauen und unserer Feuerwehrjugend bemerkenswert jung geblieben. Auch die Wehrführung ist jung. Um die Zukunft unserer Feuerwehr brauchen wir uns daher keine Sorgen zu machen. Zur Aufbringung der Geldmittel veranstaltet unsere Feuerwehr alljährlich einen Ball und veranstaltete durch viele Jahre auch ein Herbstfest. In den Jahren von 1979 bis 1991 wurden sieben Fetzenmärkte abgehalten die sehr arbeitsaufwändig waren aber zur Entrümpelung der Gemeinde beigetragen haben, in einer Zeit in der es noch keine umfassende Müllabfuhr gab.
Durch diese Aktivitäten konnten die Geldsummen aufgebracht werden, die mit den von der Gemeinde Hart bei Graz aufgewendeten Summen die Anschaffungen für die Feuerwehr und für den Rüsthausbau ermöglicht haben.

Die Kommandanten unserer Feuerwehr und ihre Stellvertreter:

1926 bis 1927

Kommandant: Johann Angermayr

Stellvertreter: Franz Bschaiden

1927 bis 1938

Kommandant: Franz Bschaiden

Stellvertreter: Karl Binder

1938 bis 1957

Kommandant: Karl Binder

Stellvertreter: Josef Hütter sen.

1957 bis 1960

Kommandant: Franz Koller

Stellvertreter: Karl Krenn

1960 bis 1969

Kommandant: Josef Treuer sen.

Stellvertreter: Dr. Franz Koller

1969 bis 1974

Kommandant: Josef Treuer sen.

Stellvertreter: Josef Hütter jun.

1974 bis 1993

Kommandant: Josef Hütter jun.

Stellvertreter: Josef Treuer jun.

1993 bis 2001

Kommandant: Bgm. Gerhard Payer

Stellvertreter: Johann Hochfellner

2001 bis 2003

Kommandant: Manfred Haas

Stellvertreter: Johann Hochfellner

2003 bis 2009

Kommandant: Manfred Haas

Stellvertreter: Franz Preuß

2009 bis 2017

Kommandant: Franz Preuß

Stellvertreter: Peter Preuß

2017 bis laufend

Kommandant: Peter Preuß

Stellvertreter: Anton Lassbacher


EHBI Franz Koller berichtet:

Dem unangenehm schwülen 17. August 1926 folgte eine für die jüngere Generation noch nie erlebte äußerst gewitterschwere Nacht. In unheimlicher angstaufpeitschender Schnelligkeit folgten grell zuckende Blitze und mächtige Donnerschläge ließen die Gehöfte erzittern. In dieser schaurigen Nacht wurden in der Feuerzentrale in Graz achtzehn Blitzschläge aus Graz selbst und der näheren Umgebung gemeldet. Um halb zwei Uhr morgens leuchtete ein grell roter Blitzstrahl in die rabenschwarze Nacht. Leider traf dieser das Wirtschaftsgebäude der allverehrten Familie Alois Hütter, „Koppenhof“ und zündete. Dem gefräßigen Elemente fiel das ganze Wirtschaftsgebäude samt Futtervorräten zum Opfer. Dank der hilfsbereiten Nachbarschaft und den anrückenden Feuerwehren von Autal, St. Peter und Waltendorf, konnte das Vieh, sowie Inventar und das Wohnhaus trotz Wassermangel gerettet werden. Die alles heilende Zeit ging über dieses Brandunglück hinweg; weil in den letzten verflossenen drei Jahren dies der vierte Brand in hiesiger Gemeinde war, blieb ein Funke dieses Feuers in der Brust unseres rührigen Bürgermeisters Peter Macher haften. Dieser Funke fing nun Feuer in Form des Gedankens, hier in Hart St. Peter eine Feuerwehr zu gründen. In der am 28. August 1926, stattgefundenen Gemeinderatssitzung wurde vom Bürgermeister Macher der Antrag gestellt, die Summe von 7.000,- Schilling aus Gemeindemitteln zur Anschaffung von Feuerlöschrequisiten zu bewilligen. Die anwesenden Gemeinderäte stimmten dem Antrage bei und so wurde derselbe zum Gemeinderatsbeschluß Erhoben und im folgenden auch durchgeführt. Im September d. J. wurde auch die Platzfrage für die Erbauung eines Rüsthauses ebenfalls durch Bürgermeister Macher und dem ersten Gemeinderat Karl Krenn einerseits und Herrn Gutsbesitzer Heinrich Dennig andererseits geregelt. Den Bemühungen oben genannter Gemeindefunktionäre ist es gelungen, einen Platz bzw. Parzelle knapp an der Straße gelegen, zum Gut Hohenrain gehörig, angewiesen zu erhalten und dem gedachten Zweck zuzuführen. Die notwendigen amtlichen Durchführungen in dieser Angelegenheit wurden vom Bürgermeister in Gang gesetzt und weitergeführt. Es sei gleich an dieser Stelle zur leichteren Übersicht bemerkt, dass die notwendigen amtlichen Durchführungen in Frühjahr 1928 beendet wurden, mit dem Ergebnis, dass besagte Parzelle vom Gute Hohenrain in das Eigentum der Gemeinde Hart St. Peter abgetreten wird, mit der Begründung, dass jene Parzelle nur für die Erbauung des Feuerwehrrüsthauses zu dienen hat. Sollte sich die gegründete Feuerwehr auflösen, so geht die bezeichnete Parzelle in das Eigentum Gut Hohenrain zurück. Die bezüglichen amtlichen Dokumente wurden nach endgültiger Erledigung vom Bürgermeister Macher dem Feuerwehrkommando eingehändigt.
An einem Sonntag Anfang Oktober 1926 hat Bürgermeister Macher die 1.Interessentenbesprechung in Franz Simonitsch’s Gasthaus eingeleitet, welche resultatlos verlief. Kurze Zeit darauf folgte eine 2.Interessentenbesprechung im Gasthaus des Florian Konrad, Weberwirt; jedes Mal waren außer Bürgermeister Macher auch mehrere Gemeinderäte, sowie Vertreter der Feuerwehr Autal anwesend. Ursprünglich war ja geplant, einen Löschzug in Hart, zur Feuerwehr Autal gehörig, zu gründen. Wie voraus zu sehen, verlief auch diese Besprechung infolge zu großer Meinungsverschiedenheiten ergebnislos. Die Tatkraft einiger weitblickender Männer erlahmte nicht. So wurde den für 17. Oktober 1926 eine im großen Stile gedachte 3.Interessentenversammlung vom Bürgermeister in das Gasthaus Johann Angermayer einberufen. In dieser Versammlung wurde der Beschluß gefasst, eine eigene Ortsfeuerwehr ins Leben zu rufen. Einige Tage später wurde das Gründungskommitee Gebildet; demselben gehörten an: Bürgermeister Macher, als Vorsitzender sein Stellvertreter 1.Gemeindrrat Karl Krenn, ferner die Gemeinderäte Mathias Fuchs, Franz Bschaidn, Franz Ehrich sowie Gastwirt und Realitätenbesitzer Johann Angermayer und Karl Krenn junior, Besitzersohn, nach zwei stattgefundenen Besprechungen des Gründungskommitees wurden durch das Gemeindeamt Hart St. Peter, die notwendigen Vorarbeiten weitergeführt. In einer am 15. Oktober 1926 durchgeführten Gemeinderatsitzung wurde beschlossen, die Gründung einer Ortsfeuerwehr Für das Gemeindegebiet selbst, mit teilweisen Ausfahrtrajon der Nachbargemeinden Messendorf, St. Peter, Waltendorf und Kainbach, sowie die Ortschaft Rastbühel. Schriftstücke, beinhaltend den Sitzungsbeschluss, dass die Feuerwehr gegründet ist, ferner der Werbebogen mit den elf eigenhändigen Unterschriften, der angeworbenen Wehrmitglieder, wurden vom Bürgermeister gefertigt und an den Landesfeuerwehrverband eingesendet. Diese Eingaben wurden von dort als befürwortet an die Landesregierung weitergeleitet. Die Schriftstücke gelangten am 24. November 1926 als genehmigt an das hiesige Gemeindeamt zurück. So konnte der Bürgermeister Macher für 28. November 1926 in Angermayer’s Gasthaus die Gründungsversammlung Einberufen. Über Vorschlag des Herrn Bschaidn wurde Bürgermeister Macher zum Vorsitzenden gewählt. Nach einleitenden Worten seitens des Vorsitzenden und Verlesung bezughabender Schriftstücke sowie dar allgemeinen neuen genehmigten Satzungen für Feuerwehren, meldeten sich 20 ausübende Mitglieder. Zum Beitritt haben sich gemeldet: Gasthaus- und Realitätenbesitzer Johann Angermayer, die Besitzer Mathias Fuchs, Franz Bschaidn, Karl Binder, Franz Gleichweit, Adolf Niklas, August Krispel, Johann Pechmann, Johann Gradwohl, Johann Hutzler, Friedrich Sauseng ferner die Besitzer Karl Schmiedt, die Besitzersöhne Karl Krenn, Josef Hütter, Johann Lenghaimer, Mathias Fuchs jun., Johann Fuchs sowie Karl Skok, Max Gleichweit und Franz Hofstätter. Der Vorsitzende schritt nun zur Wahl des Feuerwehrausschusses; In denselben wurden berufen und einstimmig gewählt: Gasthaus- und Realitätenbesitzer Johann Angermayer zum Hauptmann; Besitzer und Gemeinderat Franz Bschaidn zum Hauptmannstellvertreter und Schriftführer, Besitzer und Postbeamter Karl Binder zum 1. Zugsführer. Besitzer und Gemeinderat Mathias Fuchs zum 2. Zugsführer, Besitzersohn Josef Hütter zum Kassier. Besitzer Karl Schmiedt zum Zeugwart. Den Satzungen gemäß wurde von allen Mitgliedern die Angelobung geleistet, der Gelöbnisschein unterfertigt und dem Herrn Hauptmann der vorgeschriebene Handschlag gegeben. In ernsten Worten verwies Herr Bschaidn auf die Pflichten im allgemeinen sowie den Vorgesetzten gegenüber und bat alle Anwesenden, dass der jetzige rege Eifer auch dauernd erhalten bleiben möge. Schließlich versprach der Vorsitzende, in seinem Schlussworte, den jungen Verein stets nach Kräften zu führen worauf derselbe die denkwürdige Gründungsversammlung schloss. Ungefähr zehn Tage vorher wurde durch das Gründungskommitee der Ankauf einer vierzylindrigen Benzin-Motorspritze mit der Feuerlöschgerätefabrik Firma Kernreuter in Wien getätigt. Der Preis derselben stellt sich auf 5.600,- Schilling. Der technische Ein- und Ausbau des Aggregates mit Pumpe wurde durch den Vertreter der Firma Josef Toso, Autowerkstätte in St. Peter; die notwendigen Holzarbeiten dazu wurden von Wagenbaufirma Hans Spitzer in Waltendorf, die eigentlichen Schmiedearbeiten vom Schmiedmeister Franz Heschl in St. Peter durchgeführt. Die fachmännische Probe und Prüfung des Feuerlöschgerätes vollzog sich Ende Juni 1927 bei der Berufsfeuerwehr in Graz in Anwesenheit des technischen Leiters vom Landesfeuerwehrverband Herrn Ing.Stanke, worauf die Lieferung bzw. die Übernahme am 2. Juli 1927 erfolgte. Der Spritzenwagen stellt sich auf 1904,- Schilling.
Alles Nähere siehe bezughabende Schriften.

80 Jahre Freiwillige Feuerwehr Hart bei Graz

Ausführliche Informationen zum 80 jährigen Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr Hart bei Graz und ihrer Geschichte finden sie in folgender Online-Ausgabe der Jubiläumszeitschrift: 80_Jahre_Feuerwehr